Wir nähern uns in großen Schritten einem Blackout

Cyberattacken gehören beinahe  schon  zum Alltag. Im Interview erklärt Sicherheitsexperte Michael Wiesner, warum die Politik das Thema nicht angeht – und was uns in Zukunft noch drohen wird.

Katastrophenalarm im Landkreis Anhalt-Bitterfeld: Vergangene Woche hatten kriminelle Hacker die Systeme der Behörden lahmgelegt. Bis auf Weiteres müssen Bürger auf staatliche Zuwendungen und Dienstleistungen wie Sozialgeld oder Jugendhilfe warten. Mehr dazu lesen Sie hier.

Wer für den Angriff verantwortlich ist, ist noch offen. Klar jedoch ist: Solche Attacken gehören in Deutschland und Europa inzwischen schon zum Alltag. Fast täglich berichten Medien über Cyberangriffe, von denen manche auch Bürger treffen.

In Schweden musste unlängst eine Supermarktkette 800 Filialen wegen eines Hackerangriffs auf den US-Dienstleister Kaseya schließen. In Düsseldorf war die Uniklinik nach einer Attacke etwa 13 Tage von der Versorgung abgeriegelt.

Ransomware-Attacken werden solche Angriffe genannt, bei denen Unbekannte System verschlüsseln und für eine Freigabe Lösegeld erpressen. Michael Wiesner kennt sich mit solchen Angriffen aus. Er arbeitet als IT-Sicherheitsberater und ist Mitglied der unabhängigen Arbeitsgruppe Kritische Infrastrukturen (AG Kritis), deren Ziel es nach eigenen Angaben ist, die Versorgungssicherheit der Bevölkerung zu erhöhen. Im Interview erklärt Wiesner, warum viele deutsche Unternehmen und Behörden die IT-Sicherheit vernachlässigen, welche Schuld die Politik trifft und was uns in Zukunft drohen könnte, wenn wir das Thema nicht ernster nehmen.